„Wir Pastoren stehen immer in der Gefahr, das zu predigen, was bei den Leuten ankommt.“ Auf diese Gefahr wies der bekannte Pfarrer Ulrich Parzany in seiner Festansprache bei der Absolvierung der Freien Theologischen Hochschule (FTH) Gießen Anfang Oktober hin. Er selber kenne die Versuchung, „menschengefällig“ zu verkündigen, statt „christusgefällig“. Bei allem guten Bemühen, die christliche Botschaft den Menschen verständlich und attraktiv vorzustellen, sei es gerade heute wichtig, inhaltlich keine Kompromisse zu machen. „Wir suchen keine Kunden, sondern wollen Menschen retten“, so Parzany. Für die Kirche gelte: Nicht der Kunde sei König, sondern Christus. Dies sei ein großer Unterschied. Die Vollmacht der Verkündigung komme deshalb auch nicht aus dem Pastor selber heraus, sondern allein aus Christus. Ihm zu folgen koste heute einen Preis, der sogar mit Ablehnung verbunden sein könne. Die Nähe zu Gott und seinem Wort sei jedoch eine nie versiegende Kraftquelle für den geistlichen Dienst, so die Ermutigung Parzanys für die Absolventen der Hochschule.

An der FTH absolvierten 37 Theologiestudierende, 22 mit einem B.A. und 15 mit einem M.A. in Theologie. Gleichzeitig konnte der Rektor der Hochschule, Prof. Dr. Stephan Holthaus, 41 neue Studentinnen und Studenten an der privaten, theologischen Hochschule begrüßen.