Meiken Buchholz

Talking about Christian Faith in Chinese Moral Language

A Comparative Study of Chinese Narrative Ethics from Teachers’ Desks and Preachers’ Pulpits in Beijing at the Beginning of the 21st Century, edition cathay 76, Bochum/Freiburg: projekt Verlag, 2020 (612 S.)

Nachdem zunächst die Zahl der chinesischen Christen auf dem Land rasant anstieg, verzeichnet China seit den 1990er Jahren auch unter der gut ausgebildeten, aufstrebenden urbanen Mittelschicht ein bemerkenswertes Gemeindewachstum. Jeden Sonntag strömen in den Großstädten Chinas mehrere Millionen Menschen in christliche Gottesdienste, in deren Zentrum die Predigt über einen Bibeltext steht.

Diese Untersuchung analysiert Predigten aus urbanen Gemeinden in Peking – staatlich registrierten und nicht registrierten – als wichtige Dokumente einer kontextuellen Theologie in einer Kultur, in der die moralische Optimierung der Menschen als Kernaufgabe von Politik, Bildung und Religion gilt. Es wird aufgezeigt, welche tiefgreifenden Veränderungen kulturell geprägte Begriffe und Konzepte durchlaufen, wenn sie in den Dienst der Evangeliumsvermittlung gestellt werden. Dazu werden die wesentlichen Elemente der gesellschaftlich dominierenden moralischen Sprache und Prägung dargestellt und ihre Wirkungsweise anhand von chinesischen Schulbüchern veranschaulicht. Ein Überblick über das Verhältnis des Parteistaats zur christlichen Kirche in der Zeit nach Mao verdeutlicht das politische und theologische Spannungsfeld, in dem die Predigten sich bewegen.

Meiken Buchholz (Ph.D.) ist Hochschuldozentin für Missionswissenschaft und Interkulturelle Theologie an der Freien Theologischen Hochschule Gießen.

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