Philosophie und Theologie: So nah, und doch so fern

„Ich liebe Plato, aber noch mehr liebe ich die offenbarte Wahrheit.“ Mit diesem Statement fasste Prof. Dr. Harald Seubert, seit Oktober neuer apl. Professor für Philosophiegeschichte an der FTH, seine Antrittsvorlesung zum Thema „Das Verhältnis von Theologie und Philosophie“ zusammen.

Seubert, im Hauptberuf Professor für Philosophie, Religions- und Missionswissenschaft an der STH in Basel, entfaltete in einem engagiert vorgetragenen Parforceritt durch die Philosophie- und Geistesgeschichte das oft wechselhafte Verhältnis von Glaube und Vernunft. Philosophie und Theologie hätten viele Parallelen, so Seubert. Philosophie frage nach den letzten Dingen, den Urgründen des Seins. Sie schule das analytische und systematische Denken, helfe, Geistesströmungen zu durchschauen, die „eigentliche Sache zu sehen“, Ideologien zu durchkreuzen. Sie sei „Übung in Denkdisziplin“. Neuere philosophische Strömungen und Schulen rückten auch wieder näher an die Religion heran. Aber trotz aller Nähe käme weltliche Wahrheit nie an die Offenbarung Gottes heran. „So nah, und doch so fern“ – so skizzierte Seubert treffend das Verhältnis von Glaube und Denken.

Seubert selbst plädierte für eine Philosophie mit „umfassendem Blick“. Auch Religions- und Kulturwissenschaften mit ihren globalen und aktuellen Fragestellungen müssten in den Philosophieunterricht mit hineingenommen werden. Er wolle durch seine Vorlesungen an der FTH dazu beitragen, dass die Studierenden ihre Zeit verstehen, ihr Denken entwickeln und die Offenbarung Gottes mehr lieben. Dann habe sich sein Unterricht gelohnt.